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Bodenverhältnisse

Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld treffen vier verschiedene Bodenregionen aufeinander. Dabei handelt es sich um die Schwarzerderegion des Harzvorlandes, die Fahlerde-/ Staugley-Region des Fläming und der Dübener Heide, die Fahlerde-/ Staugley-Region Sachsens und die Vega-/ Halbgley-Region der Elbaue. Böden stellen postglaziale Bildungen dar, wobei die bodengenetischen Prozesse auch in der Gegenwart ablaufen. Die Bodendifferenzierung hängt dabei im wesentlichen vom Charakter des Ausgangssubstrates, den klimatischen Bedingungen und dem Grad des Grundwassereinflusses ab.

Die Goitzsche liegt nun in einem Gebiet, in dem Fahlerden und stellenweise Fahlstaugleye auf Sandlöß und Sandtieflehm dominieren. Auf diesen sandigen Substraten entwickelten sich vorwiegend Braunerden. In Richtung Dübener Heide entstanden aufgrund des erhöhten Grundwassereinflusses auch Braunpodsole, rostfarbene Waldbödenund Fahlerden.

Im Tagebaugebiet selbst treten sehr junge und jüngste Bodenbildungen auf. Man trifft hier auf den sandigen oder kiesigen Kippsubstraten vor allem Ranker an. Eine ausführliche Zusammenstellung und Charakterisierung der vorkommenden Bodentypen befindet sich in den Tabellen der Standorttypen (Rahmen- und Strukturkonzept Goitsche 1993).

Das verritzte Gelände

Alle Bodenflächen im Tagebauraum, die durch bergbauliche Tätigkeit in ihrem natürlichen Bodenprofil zerstört wurden, bezeichnet man als „verritzt“. Hierbei spielt es keine Rolle, ob auf diesen Flächen Bodensubstrate wieder zur Verkippung kamen oder nicht.

Kippenflächen

sind Aufschüttungen, die weitgehend in ebener Lage zum jetzigen und zukünftigen Grundwasserspiegel liegen. Geprägt sind sie durch unmittelbar nebeneinander horizontal und vertikal wechselnde Substrate von Kies, Sand, Geschiebemergel, Ton und kohligen Beimengungen, durch absolute Humusarmut, mangelndes Nährstoffangebot, stark schwankende pHWerte, ungünstige Gefügeverhältnisse mit zum Teil hydrophobem Charakter sowie durch schwache bodenbiologische Aktivität (DORN 1998). Aufgrund des unterschiedlichen Alters und Bewuchses laufen auf diesen Flächen sehr differenzierte Bodenentwicklungen ab, zum Beispiel vom Rohboden zum Ranker, zur Rendzina bzw. zu den Rigolerden.

Böschungen

sind mehr oder minder geneigte Flächen, die bei der Gewinnung und Verkippung zwischen zwei Trennebenen entstanden sind. In der Goitzsche handelt es sich hierbei um Böschungen zu Überflurkippen und Hochkippen sowie um solche, die von den Kippenflächen bzw. vom gewachsenen Boden zu den Restlöchern hin abfallen. Wenn eine oder mehrere übereinanderliegende Böschungen durch Bermen getrennt sind, können auch ganze Böschungssysteme entstehen.Ein großes Problem stellt die Sanierung solcher Flächen dar. Zum einen ist sie aus technologischer und bodenmechanischer Sicht sehr kompliziert zu bewerkstelligen (z. B. Holzweißig-West), zum anderen kommt es oft zu Konflikten mit den Ansprüchen des Naturschutzes.

Restlöcher

Als Restlöcher bezeichnet man Flächen, die nach der Braunkohlengewinnung als offene Tagebauräume verbleiben. Sie sind durch Böschungen begrenzt, die normalerweise vor Aufgehen des natürlichen Grundwasserspiegels zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit saniert werden (Rahmen- und Strukturkonzept Goitsche 1993).